Zahlen und Fakten
Eins gleich vorneweg: Die Schweiz gehört zu den sportlichsten Ländern der Welt. Dennoch bewegen sich 59% Prozent der Schweizer Bevölkerung nach den Basisempfehlungen der führenden nationalen und internationalen Gesundheitsorganisationen immer noch zu wenig. Die Empfehlung zur wirksamen Förderung der Gesundheit bzw. zur Prävention von durch Bewegungsarmut begünstigten Krankheiten lautet:
Täglich 30 Minuten Bewegung bei mittlerer Intensität an mindestens 5 Tagen pro Woche
Nur: Wie kann die körperliche Aktivität einer ganzen Bevölkerung überhaupt gemessen werden? In der Folge finden Sie eine Beschreibung der unterschiedlichen Niveaus für körperliche Aktivität, was den anerkannten Leitgrössen der schweizerischen Sportpolitik entspricht. Diese sogenannten Bewegungsniveaus können aufgrund regelmässiger Gesundheitsbefragungen – die letzte derartig grossangelegte Befragung ist im Jahr 2007 durchgeführt worden – vom Bundesamt für Statistik zahlenmässig erfasst bzw. gewichtet werden:
Bewegungsniveau der Schweizerischen Wohnbevölkerung 2002 und 2007 (Quelle: Schweizerische Gesundheitsbefragungen BFS, analysiert und kommentiert vom Observatorium für Sport und Bewegung)
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Bewegungsniveau |
2002 |
2007 |
Veränderung 2002-2007 |
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trainiert: mindestens 3 Tage pro Woche mit Schwitzepisoden |
27.0% |
31.8% |
+4.8% |
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regelmässig aktiv: mindestens 5 Tage jeweils mindestens 30 Min. Aktivitäten mit mittlerer Intensität (ausser Atem kommen) |
8.9% |
9.3% |
+0.4% |
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unregelmässig aktiv: mindestens 150 Minuten mittlere Intensität pro Woche oder 2 Tage mit Schwitzepisoden |
25.6% |
24.3% |
-1.3% |
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teilaktiv: mindestens 30 Minuten mittlere Intensität pro Woche |
19.1% |
18.7% |
-0.4% |
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inaktiv |
19.4% |
15.9% |
-3.5% |
Analyse
Die Analyse zeigt, dass 2007 32% der Bevölkerung die Ausdauerempfehlungen für gesundheits- wirksame Bewegung verschiedener Organisationen (BASPO, BAG, HEPA-Netzwerk) erfüllen und als "trainiert" bezeichnet werden können. Weitere 9% erfüllen die Basisempfehlungen für regelmässige körperliche Bewegung. 59% indes erfüllen die Bewegungsempfehlungen nicht: Ein knappes Viertel der Bevölkerung ist zwar aktiv, die in den Bewegungsempfehlungen festgelegte Regelmässigkeit wird jedoch nicht erreicht. Ein weiteres knappes Fünftel ist teilaktiv, die Häufigkeit und/oder der Bewegungsumfang sind deutlich von einer gesundheitswirksamen "Minimaldosis" entfernt. Schliesslich erweist sich ein Fünftel der Bevölkerung als völlig inaktiv.Auffallend ist allerdings, dass der Anteil der Trainierten zwischen 2002 und 2007 auf Kosten der Inaktiven und unregelmässig Aktiven deutlich angestiegen ist.
Männer sind sportlicher als Frauen
Kein frauendiskriminierendes Vorurteil, sondern Fakt: Schweizer Männer treiben in ihrer Freizeit öfter Sport als Frauen (inwiefern das mit den immer noch ungleich verteilten Haushaltspflichten zwischen den Geschlechtern und der effektiv zur Verfügung stehenden freien Zeit zu tun hat, bleibe hier dahingestellt ….).
Fest steht jedenfalls, dass das Bewegungsverhalten von verschiedenen sozio-demografischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Nationalität oder Bildung abhängig ist. Den grössten Einfluss auf das Bewegungsverhalten üben allerdings Alter und Sprachregion aus. Im Generellen lässt sich zum Bewegungsverhalten in der Schweiz Folgendes dazu sagen:
Mit dem Alter steigt die Tendenz zur körperlichen Inaktivität. Dabei erfolgt der Rückgang der körperlichen Aktivität zwischen dem 35. und 75. Lebensjahr allmählich, während es vorher und nachher zu brüsken Einbrüchen kommt.
Deutschschweizer(innen) bewegen sich im Durchschnitt mehr als Westschweizer(innen) und Tessiner(innen).
Das Aktivitätsniveau in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz liegt bereits im Jugendalter unter demjenigen der Deutschschweiz; eine Tendenz, die sich mit zunehmendem Alter verstärkt
Schweizer(innen) sind aktiver als in der Schweiz lebenden Ausländer(innen)
Mit höherer Ausbildung steigt auch das Mass der Bewegung.
Mit steigendem Einkommen nimmt die körperliche Aktivität zu.
Männer treiben in ihrer Freizeit häufiger Sport als Frauen.
Krank durch mangelhafte Bewegung
Dass sich körperliche Bewegung positiv auf die physische und psychische Gesundheit auswirkt, ist wissenschaftlich erwiesen. Insbesondere bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden lässt sich ein direkter Einfluss des Bewegungsverhaltens nachweisen: Herz- und Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Atemorgane, muskuloskelettale Krankheiten wie Arthritis oder Osteoporose, chronische Rückenschmerzen, Übergewicht, Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2, Dickdarm- und Brustkrebs, Depressionen …
Zweifelsohne wird durch eine bewegungsarme Lebensführung auch der Alterungsprozess (Atem- und Gelenkbeschwerden, Venenleiden, Gewichtsprobleme, Gemütsschwankungen, Altersdiabetes, geistige Wendigkeit, Begünstigung von Herzinfarkten/Schlaganfällen sowie gewisser Krebsarten, etc.) beschleunigt, was sich wiederum auf die Lebensqualität - und auf die Lebensfreude! - drastisch auswirkt.
Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, um sich im Alltag vermehrt zu bewegen.
Dabei muss mehr Bewegung nicht mit einem grossen zeitlichen oder finanziellen Mehraufwand verbunden sein. Zu Fuss statt mit dem Auto einkaufen gehen, die Treppe statt den Lift nehmen, mit dem Fahrrad statt mit dem Bus zur Arbeit fahren, sich an einen allabendlichen Spaziergang im Quartier gewöhnen …. Wie sich die empfohlenen 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag zusammensetzen – ob am Stück oder dreimal 10 Minuten – ist letztendlich zweitrangig: Wichtig ist, sich im Alltag vermehrt zu bewegen – nicht nur Ihrer Gesundheit, sondern auch Ihrem allgemeinen Wohlbefinden und der spürbaren Verbesserung Ihrer Lebensqualität zuliebe.
Detaillierte Informationen zum Bewegungsverhalten der Schweizer Bevölkerung bzw. zu sinnvollen und effizienten Verbesserungsmöglichkeiten desselben finden Sie unter untenstehenden Links.





























